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Materialkunde
Lokta
Basisdaten zu Materialkunde: Lokta
- Hersteller: Dhakhwa
- Standort: Nepal
- Erzeugnisse: Geschenkpapier, Grußkarten, Verpackungen, Notizbücher

Inhalte
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1 Hersteller
2 Material
2.1 Lokta
- Lokta ist nepalesisch und heißt übersetzt Seidelbast
- Es ist ein langfasriger Bast (die Innenseite der Rinde) des Daphne Baums (bot. Name: Daphne Bhoula / Daphne Papyracea)
- Es handelt sich nicht um den giftigen Seidelbast (bot. Name: Daphne Loaureola)
- Durch Entnahme bildet Baum neue, kräftigere Bastschichten
- Loktabäume benötigen 4 Jahre bei guter Witterung um wieder „geerntet“ werden zu können. Die durchschnittliche Lebenszeit eines Baumes beträgt 15-20 Jahre.
2.2 Farben
- Färbemittel für „Sun Dye“ immer aus Naturfasern wie Trockenpflanzen, Früchte, Wurzeln, Samen
- Färbemittel für Siebdruckpapiere: AZO unbedenkliche Papier- oder Textilfarben, nicht pflanzlich
3 Herstellungsprozess
3.1 Loktagewinnung
- Loktafasern werden aus der Rinde der Loktapflanze entnommen ohne diese zu beschädigen
- Sie kommen aus der bergigen Nordostregion Nepals und werden in Kathmandu auf dem Markt verkauft (Illam oder Ramechap)
- Transport nach Copasi (25 km entfernt von Kathmandu)
3.2 Papierfertigung
- Grobes Zerkleinern der langen, trockenen Bastfaser
- Einweichen der Loktafasern in Wasser (1 Tag)
- Kochen der Loktafasern (4 Stunden)
- Herauslösen aller Unreinheiten (Steine / Schmutz)
- Unter Zugabe von Wasser werden Fasern in einer Häckselmaschine sehr klein gehäckselt bis ein breiähnliches Gemisch entsteht
- Der Mischung wird Stärke beigemischt, damit Halt und Festigkeit des Papiers gewährleistet werden können
- 1. Trocknung (10 min) – Wasser kann hier abtropfen
- 2. Trocknung (1-2 h) in Extrakasten
- Hinzufügen von Wasser in Abhängigkeit der Papierstärke (viel Wasser für dünnes Papier / wenig Wasser für dickeres Papier)
- Abgießen in geeignete Holzrahmen (51 x 76 cm) zur Erzeugung unseres Geschenkpapiers
- Rahmen wird der Sonne entgegen aufgestellt (Trocknung dauert ½ Tag); Regelmäßiges Wenden notwendig
- Von der Oberflächenstruktur einer Raufasertapete ähnlich, wird es durch walzen geglättet
- Transport nach Bhaktapur (10 km) zu ECO CRAFT, die das Einfärben übernehmen
3.3 Färben des fertigen Papiers
Farbherstellung für SUN DYE – Verfahren:
- Oliv bis Sandfarben:
- Pflanze: Myrobalane (Tropenbaum), Terminalia chebula
- Verwendeter Pflanzenteil: Borke, Früchte
- Helle Gelbtöne:
- Pflanze: Granatapfel, Punica granatum
- Verwendeter Pflanzenteil: Schale
- Tiefes Goldgelb / Oker:
- Pflanze: Rhabarber, Rheum rhabarbarum
- Verwendeter Pflanzenteil: Blätter
- Kräftiges Pink / Purpur:
- Pflanze: Tibet Krapp, Rubi cordifolia
- Verwendeter Pflanzenteil: Wurzeln
- Rotbraun:
- Pflanze: Catechu, Acacia catechu
- Verwendeter Pflanzenteil: Baumharz
- Sandtöne:
- Pflanze: Bengalische Quitte, Aegle marmelos
- Verwendeter Pflanzenteil: Diverse Pflanzenteile
- Helle Pinktöne:
- Cochenille, Schildlaus
Durch das Beimischen von Mineralien wie Kupfer und Eisen, werden Farbvarianten erzielt. Für leuchtende Farben wird Textil- oder Paierfarbe zugekauft
Das Einfärben:
- Papier wird in Färbekanistern gewaschen
- Auswringen des Papiers
- Aufbringen des farbigen Papierkneuels direkt auf Metallplatten in der Sonne (Glattstreichen des Papiers notwendig)
- Trocknung (20g Papier – 45 min / 40g Papier – 2 Stunden)
- Walzen des Papiers Qualitätskontrolle in Werkstatt (schlechteres Papier wird für Girlanden benutzt)
- Transport nach Patan
3.4 Die Prägeverfahren
Die „SUN DYE“ – Methode:
- Als Schablone für die Prägemotive dient ein Wachstuch oder Linoleum
- Das gewünschte Muster wird frei Hand herausgeschnitten
- Auf die Schablone wird der noch feuchte, eingefärbte Papierbogen ausgelegt und mit einem flachen Pinsel glattgestrichen
- Das Papier drückt sich in die Aussparungen der Unterlage hinein, ein Prägeeffekt entsteht
- Der mit der Schablone abgedeckte Bogen wird zur Trocknung in die Sonne gelegt
- Die abgedeckten Partien bleiben hell, während die Farbe an den offenen Stellen nachdunkelt
- Je länger dieser Prozess dauert, desto deutlicher wird das Muster in das Papier eingebrannt
- Diese manuelle Prägemethode ist sehr zeitaufwändig, da nur ein Papierbogen nach dem anderen angefertigt werden kann
Das Siebdruckverfahren:
- Druckwerkstatt zum Aufbringen der verschiedenen Muster (Siebdruckverfahren)
- Im Siebdruck wird die Druckfarbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf das Loktapapier gedrückt.
- An denjenigen Stellen des Gewebes, wo dem Druckbild entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, werden die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Schablone farbundurchlässig gemacht.
- Für jede Farbe wird ein anderes Sieb aufgelegt. Hat eine Blume zum Beispiel eine weiße Blüte und einen grünen Stil, werden nacheinender 2 Siebe aufegelegt. Das eine mit Löchern in blütenform, das andere mit Löchern für die Stile. Über jedes Sieb wird dan die entsprecheende Farbe gestrichen.
3.5 Letzte Schritte
- Transport in die Produktionswerkstatt (Patan)– Weiterverarbeitung zu Kartons, Fotoalben, Bilderrahmen in der Werkstatt von Supriya Shakya
- Transport in die Werkstatt der Dhakhwas (Patan)
- Qualitätskontrolle / Verpacken
- Transport nach Deutschland
4 Pflegehinweis
Kontakt mit Sonne und Wasser meiden
Die Grammatur des Papiers variiert durch das Schöpfen von Hand. Die Bögen werden im Siebdruckverfahren bedruckt.
Galerie Lokta
Loktarinde – Waschen / Einweichen / Kochen



Lokta – Aufbereitung / Trocknung / Glätten




Lokta – Färbung / Musterdruck / Trocknung / Qualitätskontrolle / Verarbeitung










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