Nicht wie der Wind weht ist entscheidend, sondern wie ich die Segel setze! Unbekannt

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Kathmandu / Nepal

Kathmandu, die Hauptstadt Nepals ist mit ca. 1,7 Mio. Einwohnern gleichzeitig die größte Stadt des Landes und politisches und kulturelles Zentrum. Sie liegt mit einigen weiteren Städten zusammen in einem ca. 30 km breiten Tal-Kessel auf einer Höhe von 1.300 m. Ihre Ausmaße reichen mit enger Bebauung inzwischen bis an die umgrenzenden Berge. Es gibt nur wenige verkehrstechnische Möglichkeiten die Stadt von außen zu erreichen und immer wieder kommt es in Monsunzeiten zu Erdrutschen, die sie vorübergehend von der Außenwelt abschneiden.

Die stetig steigende Anzahl von Privatfahrzeugen auf den meist einspurigen Straßen und Gassen Kathmandus sorgt leider dafür, dass Kathmandu eine der Städte mit der stärksten Luftverschmutzung ist. Die Kessellage mit ihrem kaum stattfindenden Luftaustausch fördert diese Situation noch.

Nepal zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt von 733 Dollar pro Kopf zu den ärmsten Ländern der Erde. Hauptwirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Das wirtschaftliche Wachstum wurde 2015 durch das verheerende Erdbeben deutlich zurückgeworfen und die Infrastruktur stark geschädigt.

shirbandi

Unser Handelspartner SHIRBANDI ist seit 2005 auf die Filzproduktion und die Verarbeitung zu fertigen Produkten mit Handstickereien spezialisiert. Die gesamte Produktion wird nach Deutschland und in die USA exportiert.

Die Gründerin Sangita Shresta setzt vor allem auf hohe Qualitätsstandards, Weiterentwicklung der Produktpalette und modernes Design. Zusammen mit CONTIGO hat sie in den vergangenen Jahren viele erfolgreiche Linien und innovative Ideen umgesetzt.
An zwei Standorten arbeiten insgesamt 60 Mitarbeiter/innen, überwiegend Frauen. Bei größerem Arbeitsaufkommen werden weitere Frauen eingestellt, die Erfahrung im Filzhandwerk oder Nähen haben. Sie werden im Familien- und Bekanntenkreis angeworben.

Die zentrale Filzwerkstatt in Sitapaila (westlicher Außenbezirk von Kathmandu) ist für das Nassfilzen zuständig. Kardierte und gefärbte Schafswolle wird als lockeres Flies gekauft und durch Walken von Hand zu Filz verdichtet. Bis 2015 war die Produktion im privaten Wohnhaus der Familie Shresta untergebracht. Dort finden sich auch heute noch Verwaltung, Produktentwicklung, Qualitätskontrolle und Materiallager. Auf dem Nachbargrundstück entstand nach dem Erdbeben im April 2015 ein Flachbau, in dem heute an langen Tischen gefilzt wird. Seit 2017 verfügt die Werkstatt über eine vom gemeinnützigen CONTIGO Verein finanzierte Solaranlage auf dem Dach, die es ermöglicht, das Wasser für das Filzen umweltfreundlich zu erhitzen.

Im knapp 14 km entfernten Ort Sunakothi wird mit der Nadel trocken gefilzt und alle Näh- und Stickarbeiten ausgeführt. Hier entstehen kleine Deko- und Schmuckartikel. Die Mitarbeiterinnen arbeiten überwiegend Teilzeit auf Stücklohnbasis, je nachdem wie es die private Situation mit der Familie zulässt. Auch Schülerinnen vom College können sich ein gutes Nebeneinkommen zum Studium dazuverdienen. Von den 25 Mitarbeiterinnen kommen 10 Frauen sehr regelmäßig.
Die Koordination der Arbeiten beider Arbeitsstellen erfolgt durch Sangita Shresta, die täglich die Werkstätten besucht und die Materialien/ Rohprodukte liefert bzw. fertige Aufträge abholt.

Die engagierte Gründerin hat sich die Einkommensschaffung für Menschen mit geringer Schulbildung auf die Fahnen geschrieben. Auch möchte sie Arbeitsplätze für Frauen und Studentinnen schaffen, die mit Familie bzw. Studium zu vereinbaren sind.

produktionsablauf filzen

Zum Filzen verwendet Shirbandi 100% reine Schafswolle aus Australien oder Neuseeland.

Diese wird von den Kardier- und Färbebetrieben in der Stadt vorbereitet. Das Kardieren nach dem Waschen dient dem Herauskämmen aller Schmutzstoffe und dem Auflockern der Wollfasern.

Lage für Lage werden Streifen von Wolle aufeinandergelegt, je nach Produkt auch um eine Schablone herum. Mithilfe einer Arbeitsmatte und mit Seife und Wasser wird so lange von Hand gerollt und gewirkt, bis die Wollfasern sich verdichten. Danach muss gewaschen und das Seifenwasser mit einer Trockenschleuder entfernt werden.

Das Wechselspiel zwischen Filzen, Waschen und Schleudern kann bis zu 7mal wiederholt werden. Nach dem letzten Waschgang werden die Filzprodukte in die richtige Form gebracht und auf dem Dach der Werkstatt in der Sonne getrocknet.

fairtrade bei shirbandi

Einen offiziellen Mindestlohn in Nepal gibt es derzeit nur für Industriearbeiter. Dieser beträgt 13.450 Nepalesische Rupien (NPR) pro Monat (Stand 2018, gültig für zwei Jahre). Im (Kunst-) Handwerksbereich kursieren verschiedene Zahlen, auch je nach Region gibt es unterschiedliche Angaben, was Arbeiter/innen mindestens verdienen.

Bei SHIRBANDI gibt es ein gemischtes Entlohnungssystem: Der überwiegende Teil der Frauen wird nach Stücklohn bezahlt, der gemeinsam vereinbart wird, sich nach Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad richtet und alle zwei Jahre angepasst wird. Je nach Auftragslage können Vollzeit-Filzerinnen bis zu 17.000 NPR pro Monat verdienen. Die Frauen, die in der Werkstatt in Sunakothi überwiegend stundenweise arbeiten, verdienen monatlich zwischen 4.000 und 5.000 NPR als Nebeneinkommen.

In den Arbeitsbereichen Koordination, Qualitätskontrolle, Ausbildung, Endfertigung und Verpackung arbeiten 5 Frauen in Vollzeit. Sie erhalten je nach Tätigkeit monatliche Festgehälter zwischen 14.000 und 18.000 NPR.

 

Seit 2019 werden die monatlichen Gehälter auf Bankkonten ausgezahlt. SHIRBANDI erfüllt damit die gesetzliche Vorgabe, die zum Januar verpflichtend eingeführt wurde. Sangita Shresta kümmerte sich im Vorfeld um die Eröffnung der Bankkonten für ihre Mitarbeiter/innen.

Neben der guten Entlohnung erhalten alle Mitarbeiterinnen zu den hohen nepalesischen Feiertagen (Dashain, Diwali, Maghe, Teej) eine Einmalzahlung als Bonus. Im Bedarfsfall, z.B. familiäre Notsituationen oder bei Krankheit, unterstützt Frau Shresta ihre Mitarbeiter/innen auch finanziell und übernimmt z.B. die Kosten für medizinische Behandlungen. Doch ihre Mitarbeiter/innen sollen nicht nur finanziell abgesichert sein, Sangita Shresta legt ebenfalls Wert auf eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Zur Stärkung des Zusammenhalts wird zweimal jährlich ein Picknick oder ein Ausflug mit allen Beschäftigten unternommen.

Für die Zukunft plant Frau Shresta, eine Krankenversicherung und eine Altersvorsorge in Form einer Lebensversicherung einzuführen, um eine bessere Absicherung bei Krankheit und im Alter zu ermöglichen.

CONTIGOs letzter Besuch war im März 2018. Hier ein persönlicher Eindruck von Monika Herbst: „In beiden Werkstätten ist eine sehr familiäre und fröhliche Atmosphäre spürbar. Die Frauen lachen und scherzen und sind gut aufeinander eingespielt. Wenn die Tage anstrengend sind, erzählt Frau Shresta, wird hier zwischendurch gesungen und getanzt. Wir erleben bei unseren Besuchen immer eine warmherzige und besondere Gastlichkeit, von der wir lernen können.“

Ausführliche Informationen zu unserem Handelspartner Shirbandi aus Nepal finden Sie in der CONTIGO Fairtrade Datenbank, die Infothek.

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Das Sortiment von Shirbandi

Filz ist ein sehr flexibles und robustes Material, sodass kaum Knitter entstehen. Filz ist vor allem schmutz- und feuchtigkeitsabweisend.

Von Shirbandi beziehen wir:

  • Fashion: Taschen, Laptophüllen, Etuis, Filzschmuck…
  • Home: Sitzkissen, Körbe, Coaster, Wärmflaschenbezüge, Eierwärmer… (besonders beliebt sind unsere Filzkollektionen Stone und Faire Früchte)
  • Saisonale Dekorationsartikel insbesondere Weihnachtsdekorationen aus Filz

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Das Komplettsortiment von unserem Handelspartner Shirbandi aus Nepal finden Sie in unserem Online-Shop.

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