Alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist verlorene Zeit. Michael Ende

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„Weave a Hope“ Entstehung

Anfang der 1980er Jahre wurde die NGO PRADAN (Nichtregierungsorganisation) ins Leben gerufen. Sie setzte sich zum Ziel, der ländlichen Bevölkerung in Jharkhand und Bihar bessere Einkommensmöglichkeiten zu bieten und die Abwanderung in die Städte zu stoppen. Beide zählen zu den ärmsten Bundesstaaten in Indien.

Die Seidenraupenhaltung und Seidenproduktion (Serikultur) bot sich als erfolgversprechendes Modell an. Jharkhand weist einen hohen Anteil an indigener Bevölkerung, den Adivasi, auf. Diese leben in dörflichen Gemeinschaften von Subsistenzwirtschaft (landwirtschaftliche Produktion für den Eigenbedarf) und haben eine starke Verbindung zur Natur und dem eigenen Land. Seit jeher war das Sammeln von Seidenkokons in den ausgedehnten Wäldern ein wichtiges Zusatzeinkommen.

PRADAN gewann für das Projekt das Central Silk Board, eine nationale Regierungsorganisation unter der Leitung des Ministeriums für Textilien, und erhielt technische Unterstützung. Im Laufe der Jahre gelang es, die Bauern in Gemeinschaften zu organisieren, die Serikultur zu optimieren, Qualität und Erträge der Seide zu verbessern. PRADAN fördert besonders die Teilhabe der Frauen an der Raupenhaltung und Kokonernte, ursprünglich eine rein männliche Domäne. In eigenen Zentren werden Frauen im Abhaspeln der Kokons und im Spinnen des Seidengarns ausgebildet

Organisation

CONTIGOs Handelspartner ECO TASAR ist ein Vermarktungszweig der Organisation PRADAN und wurde 2007 gegründet.

Vornehmlich kümmert sich ECO TASAR mit seinen 87 Mitarbeitern um die Verwaltung, Produktentwicklung und Vermarktung der Seiden-Endprodukte auf dem heimischen und internationalen Markt. Dazu hat ECO TASAR eigene Werkstätten, die die Webstoffe, Schals, Saris und Heimtextilien aus Seide herstellen. Diese befinden sich in den Bundesstaaten Westbengalen, Bihar und Uttar Pradesh.

Die Fertigung bietet neben der Landwirtschaft wichtige Zusatzeinkommen für die Weber/innen. Die kleinen Werkstätten und Heimarbeiter/innen produzieren die Stoffe auf Handwebstühlen, ein aussterbender Beruf, deren Erhalt sich ECO TASAR auf die Fahnen geschrieben hat. Aktuell wird geschätzt, dass es noch über 2,5 Mio. Handweber in Indien gibt. ECO TASARs Devise lautet „As much handmade as possible“, nur bei Großaufträgen wird auf maschinengewebte Stoffe zurückgegriffen.

ECO TASAR nimmt von den Frauen aus dem PRADAN Projekt ein Drittel der Seidenernte ab, der Großteil geht an andere Abnehmer. Mit ihrem Programm „Weave a hope“ hat ECO TASAR für 2.000 Menschen ein stabiles, nachhaltiges Einkommen durch Spinnen und Weben der Seide geschaffen. Insgesamt proftieren mehr als 15.000 Menschen von der Serikultur und Seidenverarbeitung, überwiegend in strukturschwachen, ländlichen Gebieten.

Die verschiedenen Seidensorten

1) Die Tussah-Seide

Die Tasar- (oder Tussah-) Seide ist eine Wildseide. Sie wird für Eco Tasar aus den Kokons von Schmetterlingen der Art Antheraea mylitta gewonnen.

Diese kommen in den suptropischen Wäldern Westindiens vor. Ihre Raupen ernähren sich nur von frischen Blättern.

Eine Anzucht und das Füttern mit geerntetem Blattgut sind bei diesen Tussahseidenspinnern nicht möglich (im Gegensatz zu Maulbeerspinnern). Sie werden auf ihren Futterbäumen vermehrt und gepflegt.

Der Erhalt der Nahrungspflanzen ist ein elementarer Teil der Waldwirtschaft in Bihar und Jharkand. Die bäuerlichen Gemeinschaften legen eigene Pflanzungen an oder pflegen den Bestand an wild wachsenden Bäumen.

2) Die Eriseide

Eriseide ist eine dichte, kurzfaserige Seide, haltbar und elastisch zugleich.

Sie stammt vom Eri-Seidenspinner Samia cynthia ricini, der unter anderem in Assam beheimatet ist.

Die reichlichen Niederschläge und die in Folge hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Serikultur in dieser Region. Der Eri-Seidenspinner ist eine vollständig domestizierte Seidenraupe.

Der Name Eri ist abgeleitet vom assamesischen Wort era, das für den Wunderbaum steht, der Nahrungspflanze der Seidenraupen.

Der Großteil der Eriseide wird als AHIMSA-Seide gewonnen.

Ahimsa Die gewaltfreie Seide

Ahimsa ist Sanskrit und meint wörtlich das Nicht-Verletzen.

Bei dieser Form der Seidenraupenzucht wird der Seidenfaden erst vom Kokon gehaspelt, nachdem der Falter aus ihm geschlüpft ist.

Die Kokons sind durch das Ausschlüpfen des Schmetterlings beschädigt und der abhaspelbare Seidenfaden ist sehr viel kürzer. Die Gewinnung und Verarbeitung des Seidenfadens ist somit aufwändiger, wodurch sich der höhere Preis der Ahimsa-Seide erklärt.

Ausführliche Informationen zu unserem Handelspartner Eco Tasar aus Indien finden Sie in der CONTIGO Fairtrade Datenbank, die Infothek.

Vor Ort

Produkte

Das Sortiment von Eco Tasar

Seit 2016 vertreibt CONTIGO die handwerklichen Produkte von Eco Tasar:

  • Schals und Stolen aus Tussah-Seide / Frauen- und Männer-Modelle
  • Schals Stolen aus Eriseide (Ahimsa-Seide) / Frauen- und Männer-Modelle

Wie pflegt man Seide?

Seide ist eine Eiweißverbindung (ähnlich menschlicher Haare). Wir empfehlen Handwäsche in lauwarmem Wasser mit einem milden Waschmittel oder Shampoo. Seifenreste können durch Schwenken in klarem Wasser mit etwas Essig entfernt werden. Nicht wringen, nicht in den Trockner geben. Vor dem Aufhängen den Seidenstoff in ein Handtuch rollen und ausdrücken. Nicht heiß bügeln.

Das Komplettsortiment von unserem Handelspartner Eco Tasar aus Indien finden Sie in unserem Online-Shop. Mitte August kommt eine neue Lieferung!

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